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 Stadtteil-Report von Troisdorf
Die glorreichen Zwölf
Teil 8 Rotter See

  • Troisdorf als größte Stadt im Rhein-Sieg-Kreis besteht aus insgesamt 12 Ortsteilen.
  • Rautenberg Media als Verlag und der Rundblick Troisdorf stellen 2026 jeden Ortsteil separat vor.
  • Der Autor Werner Müller schlägt beim Text einen Bogen aus der Entstehungs-Geschichte
    der früher meist selbstständigen Orte über die Gegenwart bis hin zu aktuellen Daten und Fakten
    des jeweiligen   Stadtteils.
  • Die Sonderteile sind von Januar 2026 an jeden Monat im Rundblick Troisdorf veröffentlicht worden. Für Leserinnen und Leser, die sich für den jeweiligen Ortsteil oder für alle interessieren, folgen hier Text und eine größere Anzahl von Fotos.

     Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen der Rundblick Troisdorf und Autor Werner Müller

  • Aktuell für den Rotter See: Spitznamen-Quiz 



Karriere: Vom Baggerloch zum Badestrand
Sandhasen, Lehmträtscher, Windböggele – fast alle Ortsteile Troisdorfs und ihre Bewohner haben einen Spitznamen. Nur beim Rotter See als jüngstem Kind der Troisdorfer Stadtteil-
Familie fehlt so ein „Kosename“. Der Rundblick Troisdorf mit André Rader und Autor Werner Müller wollen dem ein Ende setzen: Gesucht wird in der 8. Folge der Ortsteilstorys ein Spitzname für den Rotter See und dessen Einwohner. Wir präsentieren einige Vorschläge, freuen uns aber auch über den Einfallsreichtum der Troisdorfer. Und zeigen auf, wo die teils unbekannten Ortsgrenzen vom Stadtteil Rotter See liegen.

Was aus einem Baggerloch werden kann: Wohnen, Badestrand und Erholung direkt am Rotter See



Mitmachen und gewinnen: Spitznamen-Suche für Rotter See


Zwischen den Sieglarer Ochsen und den Spicher Bleimöpps liegt der Rotter See. Ganz ohne Spitznamen. Exklusiv im Rundblick: Wir suchen einen„Kosenamen", der den Ortsteil und die Einwohner charakterisieren soll. Wir präsentieren hier einige Vorschläge, freuen uns aber auch über Ihre eigenen, ganz persönlichen Ideen .
Sie können ironisch sein, aber auch nett.
Als Preis für die kreativen Dichter und Denker verlosen wir ein kleines Kunstwerk, eine von HA Schult selbst hergestellte und handsignierte Grafik zum Fest der AUTO ZEITUNG im Kaiserbau mit unschätzbarem, ideellen Wert.
Dazu verlosen wir unter allen Mitmachern noch 5 Einkaufs-Gutscheine im Wert von je 20 Euro.
Hier unsere Vorschläge für den Rotter See-Spitznamen (alphabetisch):

O Baggerbarone

O Kiesel-Knutscher

O Kieskönige

O Kies-Millionäre

O Schotter-Scheffler

O Strandläufer 


Schreiben Sie uns, welchen Namen Sie toll finden oder nennen Sie uns ihren Spitznamen für den Stadtteil Rotter See.

Mitmachen unter der Mail-Adresse quiz@rautenberg.media



1999: Alles auf Anfang Mit der kommunalen Neuordnung Ende 1969 wurde aus der Großgemeinde Sieglar – und damit auch aus dem dazu gehörenden Neubaugebiet am Rotter See - die Stadt Troisdorf.

Ende 1999 ordnete Troisdorf wegen steigender Einwohnerzahlen dieStadtteilkarte zum Teil neu. Der Rotter See wurde selbständig. Das bis dahin zu Kriegsdorf gehörende Anwesen Haus Rott wurde als Mit-Namensgeber von der Stadt Troisdorf gekauft und dem neuen Ortsteil Rotter See zugeordnet. Soviel zur Gründung und Namensfindung. 
Die Entstehung Der Rotter See selbst entstand aus einem - salopp als Baggerloch bezeichneten - Abbaugebiet für Kies und Sand. 
Jochen W. Bohn als Nachbar aus Kriegsdorf recherchierte für den Heimat - und Geschichtsverein und den Rundblick Anfang 2026 diese Fakten: (hier ein Auszug):
„Spätestens mit Ende des 2.Weltkrieges führten modernere Verfahren der Gebäude-, Brücken- und Flächenerstellung zu einer gravierenden Produktionsumstellung. Auch in der Nähe von Kriegsdorf entstand deshalb die industrielle und großvolumige Förderung von Kies und Sand.
Am 21. März 1958 stellten die Kriegsdorfer Verpächter Heinrich und Katharina Manner und die Pächter Peter Fuchs aus Kriegsdorf und der Belgier Charles de Meeste  beim Gemeinderat Sieglar einen Antrag auf Eröffnung einer Sand- und Kiesgrube auf dem Flurstück „Am Rotterbroich“. Dies war die Geburtsstunde eines neuen Baggersees, dem heutigen „Rotter See“.
Waren die Ausmaße des neuen Sees zu Anfang noch recht überschaubar, so wurden spätestens 1962 mit der zweiten Kiesbaggerei von Karl Thiebes in unmittelbarer Nähe des ersten Abbaugebietes die endgültigen Ausmaße des heutigen Rotter Sees erahnbar. Später wuchsen diese zunächst getrennten Areale mit weiteren Zukäufen zu einem großen See mit einer Fläche von ca. 25 ha zusammen. 
Mitte der 1970er-Jahre waren die Vorkommen ausgebeutet und der Baggerbetrieb wurde 1978 eingestellt. Die Stadt Troisdorf hatte sich zuvor schon die Eigentumsrechte mit der Absicht gesichert, hier ein Naherholungsgebiet zu schaffen. Parallel dazu entstanden auch die Pläne für ein neues Wohngebiet, den heutigen Ortsteil „Rotter See“, der am 1. Oktober 1999 neu gebildet wurde.“
Ende 1999 und Anfang 2000 war es soweit: Der „Rotter See“ wurde als 12. Ortsteil in die Troisdorfer Stadtfamilie aufgenommen. 
Mit der Aufstellung des von der Firma Büscher gestifteten, Tonnen schweren Findlings als beschriftetem Grundstein für den Ortsteil im Herbst 1999 und mit einem Straßenfest Anfang 2000 und begann alles. Vom Start weg dabei war der Ortsvorsteher Alfons Bogolowski, der tatsächlich von 1999 (nach seinem Bundeswehr-Einsatz im Kosovo) bis ins Jahr 2019 dieses Ehrenamt bekleidete. Seine kleine Aufwandsentschädigung dafür spendete der seit 1983 im Stadtteil Rotter See wohnende, pensionierte Berufssoldat stets für Projekte wie etwa den Kindergärten des Ortsteil. 
Wir trafen ihn zusammen mit seinem Weggefährten und Helfer in Sachen Rotter See, Jürgen Heinrich, dem ehemaligen Chef des Bauhofs der Stadt Troisdorf und Seniorenbeauftragten am Rotter See. Mit dabei auch Lars Zimmermann, der heutige Ortsvorsteher. 
Treffpunkt: Unter den populären Arkaden am Frieslandring nahe am Europaplatz, wo man am Kiosk und bei der Bäckerei Bröhl seinen Kaffee und beim neueröffneten Pittermännchen sein Kölsch genießen kann. 
Nach so vielen Jahren der Mithilfe beim Aufbau von Nachbarschaft, Miteinander und enger Verbindung zur Nachbargemeinde Sieglar und der Stadtverwaltung mit den Bürgermeistern Manfred Uedelhoven, Klaus Jablonski und (seit 2020) Alexander Biber können Alfons Bogolowski und Jürgen Heinrich viel erzählen. 
So ist der frühere Ortsvorsteher stolz auf das seit 2000 jährlich stattfindende Stadtteilfest mit vielen Attraktionen, interessanten Ausstellern und stets mit – wie er selbst sagt– „tollem Programm“. Das Fest wurde meistens Ende Mai und im Juni veranstaltet. 
Der immer noch umtriebige Bogolowski hatte sein halbes Privatarchiv mit Zeitungsartikeln aus der Aufbauzeit und Storys über die diversen Stadtfeste der neugeschaffen Wohnsiedlung direkt am Rotter See dabei. Was interessante Einblicke erlaubt. Einige Schlagzeilen aus der Regionalpresse wie etwa dem Rundblick gefällig? „Großreinigung am Rotter See“ stand 2010 über der von Tauchern unterstützen Entmüllung des Sees. 2001 konnte man „Brocken wieder aus dem See geholt" lesen. Da waren „aus Versehen" einige Betonblöcke des gesprengten Kaiserbaus als Füllmaterial in den See geraten. 2007 fühlten sich Badewillige als Zaungäste.„Strandbar entzweit die Gemüter". Und 2007 dann das: „Maibaum wurde vom Europaplatz entwendet." Bestürzt und bekümmert war der Ortsvorsteher über soviel Unverfrorenheit. Hatte man doch einfach den von ihm gespendeten Maibaum abgesägt und geklaut.
Besonders stolz ist Alfons Bogolowski jedoch im Rückblick seiner 20jährigen Tätigkeit auf die soziale Gerechtigkeit. Er bemühte sich stets, unabhängig von der politischen Gesinnung für alle Bürger da zu sein. Vor allem die Belange von Kindern und Jugendlichen waren ihm ebenso wichtig wie die Brauchtumspflege. Der Maibaum wie auch der festlich geschmückte Weihnachtsbaum zierten jährlich den Europaplatz. Besonders oft und gerne habe er sich für die sozial Schwächeren, Jugend und Senioren engagiert, dort wo keiner die Aufgabe und die Verantwortung übernehmen wollte.
Alfons Bogolowski erhielt für seine langjährige Arbeit und sein Engagement im Sport, im Sozialen und in der Kommunalpolitik im April 2022 von Landrat Schuster das Bundesverdienstkreuz verliehen. 
Als Nachfolger im Amt des Ortsvorstehers folgte zum 1. April 2019 Peter Lohr. Er wohnte in Oberlar und lebt seit 1996 mit seiner Ehefrau Renate am Rotter See. Den Stab als Ortsvorsteher übergab Lohr Anfang November 2025 an Lars Zimmermann.
Rotter See mit junger Geschichte Der historisch junge Ortsteil Rotter See hat mit einem Familienmitglied, dem Haus Rott, aber ähnlich historische Wurzeln wie die umliegenden Gemeinden, vor allem die vom „Balkan“.
Denn die Historie von Haus Rott recht weit zurück. In den Troisdorfer Heften ist zu lesen: „Die Siedlungsgeschichte beginnt Überlieferungen nach schon in der Merowingerzeit, etwa um 600 n.Chr. Für Haus Rott kann diese Zeitstellung mit Bestimmtheit angenommen werden, wie Bodenfunde aus dieser Zeit beweisen. Darüber hinaus wurden bei Haus Rott auch Artefakte aus früheren Kulturepochen gefunden, so insbesondere aus der Rössener-Kultur (ca. 3800 v.Chr.). Für Haus Rott selbst gibt es den ersten schriftlichen Nachweis 1289 n.Chr.  Das Rittergut wurde im August 1416 von Kölner Truppen zerstört. Die Trümmeranlagen des.Burgturmes sind, mit einer Wallanlage, heute noch zu sehen. Nach der Zerstörung wurde die alte Burganlage wieder aufgebaut und war über Jahrhunderte im Besitz adeliger Familien.“
Haus Rott ist ein ehemaliges, denkmalgeschütztes Herrenhaus in Troisdorf und Namenspate für den umliegenden Stadtteil Rotter See-
Rund um das historische Areal des ehemaligen Vierkanthofs hat sich ein vielseitiges Freizeit-, Sport- und Wohnzentrum entwickelt. 
Das Herrenhaus: Das unter Denkmalschutz stehende Haus Rott bildet den historischen Kern des Gebiets. Auf dem alten Areal des früheren Vierkanthofs wurden moderne, energieeffiziente Eigentumswohnungen durch das Architekturbüro Kneutgen eingefügt, die naturnahes Wohnen mit historischem Flair zu verbinden.
Schon viele Jahre ansässig: Der Tennis-Club TCT Haus Rott. Er verfügt über eine schöne Anlage mit sieben Sandplätzen, teilweise unter altem Baumbestand. Direkt daneben liegt die ganzjährig geöffnete Tennishalle Haus Rott an der Kriegsdorfer Straße 71. Sie verfügt über gelenkschonenden Schwingboden und fünf Hallenplätze..
Der nahe gelegene, kostenfreie Spiel- und Wasserspielplatz Haus Rott verfügt über Klettergerüste, Rutschen, eine Seilbahn sowie einen Skaterpark mit Halfpipe. 
Dazu kommt die moderne Reitanlage: Das Pferdesportzentrum Haus Rott bietet artgerechte Pferdehaltung mit Paddockboxen, Weiden, einer großen Reithalle (20×60 m) und modernen Trainingstools wie Aquatrainer und Laufband an. 
Haus Rott Restaurant: Das Club- und Ausflugsrestaurant am Sportzentrum serviert eine Mischung aus deutscher und osteuropäischer bzw. ukrainischer Küche.  
Wesentlich jünger, aber auch schon Geschichte und Historie: Die Kaiserbau-Ruine, die zum Ende als Hotel Europa in aller Munde war. .
Das Objekt war vom Bauunternehmer Franz Kaiser ursprünglich als Airport-Hotel geplant. Die Daten: 18 Stockwerke, geplante 500 Zimmer und Appartements, Dach-Schwimmbad und Flughafennähe. 
Baubeginn war 1974, der Rohbau stand 1975. Letztlich stoppte die Fertigstellung aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen der Stadt Troisdorf und dem Bauunternehmen. Kaiser selbst geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten.]Die Bauruine stand danach fast drei Jahrzehnte leer und entwickelte sich zum Erkennungsmerkmal und Wegweiser der Stadt. Und zu einer heimlichen Galerie für Graffiti-Malerei verschiedener Zeiträume.sowie einem berüchtigten Abenteuer-Spielplatz. 
Bei Staatsbesuchen wurde die Ruine von der Polizei wegen etwaiger Anschläge aus dem Gebäude heraus auf die nahe Autobahn bewacht. . 
Gut für alle Anwohner und das Industriegebiet Junkersring: Die auch für den Betrieb des Hotels gedachte Anschlussstelle Spich der A 59 ging 1996 in Betrieb.
Der Aktionskünstler HA Schult erweckte 1999 die Ruine zu (vorübergehendem) neuen Leben. Bevor er mit der Sponsorschaft der Deutschen Post und deren Chef Klaus Zumwinkel aus der Ruine das Hotel Europa und eines der skurrilsten Kunstwerke Troisdorfs schuf, wurde darin erst einmal exklusiv gefeiert. HA Schult inszenierte zusammen mit seiner Muse Elke Koska von 1988 bis 2002 insgesamt 15 mal die Verleihung der AUTO TROPHY durch die AUTO ZEITUNG in Köln. Und HA hatte den Ehrgeiz, jedes Jahr in Räumlichkeiten oder Locations zu feiern, in denen noch nie eine Verleihung von Auszeichnungen für Automobile oder andersartig gefeiert wurde. Und das unter der Teilnahme von Ministern und prominenten Vertretern der Auto-Industrie.
Ob in einer Sperrmüllhalle, dem Innenleben der Deutzer Brücke oder umringt von einer russischen, amerikanischen und europäischen Raumkapsel in der DVLR in Porz und vielen anderen kam der Aktionskünstler 1998/99 auf die schräge Idee, in der verwitterten Hotelruine, dem Kaiserbau, in der ersten Etage die zu prämierenden Automobile aufzureihen und eine Etage tiefer eine fein gedeckte Tafel für 250 geladene Gäste aufzubauen. Mit Hilfe des Bauhofs der Stadt wurde die Ruine erst einmal zugängig  und der Untergrund krantauglich gemacht. Jürgen Heinrich erinnert sich noch gut daran, dass er mit seinem Bauhof jede Menge Kies ankarren musste, um damit überhaupt einen Zugang zum „Hotel“ zu ermöglichen  und eine Plattform für einen Autokran zu erstellen.
Dann wurden die Fahrzeuge (neue und Traumwagen aus 30 Jahren Automobilgeschichte) in die erste Etage gehievt.
Darunter baute das traditionell für das Abendmenü zuständige Hotel Excelsior aus Köln die Küche auf. Denn Elke Koska ließ ihr phantasievolles Menü - egal in welcher Location – stets vor Ort frisch zubereiten. Die 250 Gäste aus der Auto-Industrie und Politik (in festlicher Abendrobe) wie etwa Mercedes-Chef Jürgen Hubbert, VW-Chef Dr. Ferdinand Piech oder Verkehrsminister Franz Müntefering erlebten dann im Mai 1999 inmitten von bunt strahlenden Bäumchen einen festlichen Abend in morbider Umgebung. Es war die einzige Feier im „Hotel Europa“. Und ich durfte dabei sein. 
HA Schult hielt - wie immer - seine launige, oft mit beißendem Spott untermalte Rede. Aber immer mit einer Botschaft. Er tischte Problemstellungen auf und brachte Epochen auf den Punkt. Die Ruine taufte er in Hotel Europa um, weil das Gebilde EU ja auch noch nicht fertig war. Als Mitorganisator dieser 15 Feiern erarbeitete ich mit HA Schult stets ein Redemanuskript zur entsprechenden Feier. Nur: Gehalten hat sich der Aktionskünstler daran nie. Das nennt man wohl künstlerische Freiheit.
HA Schult verwirklichte ein Jahr später seine Vision, dass in fast jedem der Betonzimmer Prominente in Form eines Konterfeis einzogen. 
Bei der AUTO TROPHY 1999 waren erst drei „Gäste“ bildlich anwesend:  Russlands Präsident Gorbatschow, Lady Di (Diana) und der legendäre Ingenieur Carl Benz.
Die Frontpartie des Gebäudes zur A 59 hin wurde im Laufe der Zeit mit Konterfeis von 130 Persönlichkeiten behängt, die Europa prägten. Alle Bilder wurden von HA Schult selbst angefertigt. 
Das ganze wurde dann noch mit Leuchtschrift „Hotel Europa“auf dem Dach komplettiert. Links und rechts wurde das Post-Logo auf gelbem Grund angebracht. Das Hotel war - künstlerisch - fertig. Und eine Augenweide oder überraschende Ablenkung für die zig-tausenden Autofahrer auf der A 59. 
Doch schon nach rund zwei Jahren wurde das Hotel Europa Geschichte.
Die Stadt hatte mit dem „kostbaren“ Grundstück andere Pläne.
Nachdem alle Prominente ihren Stammplatz an der Fassade per Kran verlassen hatten, wurde am 13. Mai 2001 um 8:01 Uhr die Kaiserbau-Ruine gesprengt. Rund 20.000 Zuschauer beobachteten aus sicherer Entfernung die Sprengung, die live im WDR übertragen wurde. 
Heute findet man an der Uckendorfer Straße am Rande des Ortsteils Rotter See die Rhein Sieg Werkstätten der Lebenshilfe. Es handelt sich dabei um anerkannte Werkstätten für Menschen mit Behinderung. 
Genug vom Blick zurück. Schauen wir auf die Gegenwart und Zukunft des Wohnviertels am See.
Zunächst einige Fakten: Der Ortsteil Rotter See ist 1,13 qkm groß. 
Und hat 4030 Einwohner (Stand 1.1.2026). Nach Nordwesten begrenz die Kriegsdorfer Straße, nach Nordosten die Autobahn A 59 den Stadtteil. Die Südost-Grenze bilden die Straßen im Zehntfeld und der dann folgende Schwabenweg.
Richtung See und Kriegsdorf wird die Ortsteil-Abgrenzung komplizierter.
So liegt ein Teil des Badestands am Westufer des Rotter Sees im Ortsteil Kriegsdorf. Und südlich des Sees gehören Teile von Kriegsdorf und sogar ein Stückchen von Sieglar seit 1999 zum „Herrschaftsgebiet“ Rotter See. Warum auch immer. 
Stichwort Schwabenweg: In der Vorstellung von Kriegsdorf sind wir 
detaillierter auf die Straßennamen und deren Findung eingegangen. 
Im Ortsteil Rotter See, der ja im Grunde nach 1969 auf dem Reissbrett entstand, mussten ebenfalls neue Straßennamen her. Dazu tagt stets ein spezieller Ausschuß. 
Am Rotter See rechnete man bei der Gründung mit Neubürgern aus ganz Deutschland. Vielleicht war das mit ein Grund für 15 Straßennamen vom Bergischer Ring über den Fehmarnweg bis zum Kaiserstuhl - und Schwarzwaldweg. Die Stadtplaner legten die meisten Straßen als verkehrsberuhigte Zone, als Sackgassen oder mit Hindernissen versehene Fahrbahnen an. Für Nicht-Bewohner wirkt der Ortsteil so fast wie ein Labyrinth im Maisfeld. 
Tiefgründiger ist die Evrystraße. Sie weist auf die Partnerstadt von Troisdorf hin, die südlich von Paris liegt und seit 1972 als Stadtpartner von Troisdorf fungiert. Die meisten Straßen am Rotter See wurden 1975 und 1980 getauft. Die Kriegsdorfer Straße als Ortsgrenze gibt es seit 1955. Vorher wurde sie Rotter Weg genannt. 
Als Hinweis auf den Europagedanken und die vielen ausländischen Einwohner von Troisdorf wurde der Mittelpunkt des Wohnparks Rotter See am 2.12.1980 „Europaplatz“getauft. Er ist eingerahmt von der Bremer Straße, der Essener Straße und dem Lübecker Weg. 
Mit den Jahren wurde der Platz zu einem schattigen Aufenthaltsort, ein Teich lädt ebenso wie der Gründungsstein und die künstlerische Skulptur zum Verweilen ein. Dazu kommt ein wunderschöner Spielplatz mit tollen Geräten. Die vom französischen Künstler Michael E. Poix erschaffene Skulptur am Rand des Europaplatzes soll - in Anlehnung an Leonardo Da Vincis Proportionsschema - darauf hinweisen, dass alleine der Mensch Europa ent- und bestehen lassen kann. Der aus Evry stammende Künstler wünschte sich ein Europa „der Humanität und der Kultur". 
Im Rahmen unserer Ortsteil-Vorstellungen treten wir stets in einen Dialog mit dem Ortsvorsteher ein. Am Rotter See ist das Lars Zimmermann, der das Amt des Ortsvorstehers seit dem 4. November 2025 durch Wahl des Stadtrats ausübt. Er war zuvor fünf Jahre kommunalpolitisch tätig – als Mitglied eines Ortsbeirats sowie Stadtverordneter. Hier einige Fragen an ihn: 
Wie viel Zeit investiert man in des Amt als Ortsvorsteher?
Der Zeitaufwand richtet sich nach den aktuellen Themen und Veranstaltungen. In arbeitsintensiven Phasen kommen schnell viele Stunden pro Woche zusammen.
Was macht den Ortsteil Rotter See aus? Der Rotter See steht für Naherholung, eine ruhige und zugleich verkehrsgünstige Lage zwischen Köln und Bonn sowie für eine hohe Lebensqualität. Hier leben Menschen unterschiedlicher Generationen und Herkunft in einem ausbaubaren Miteinander zusammen. 
Die Ortsgrenzen – wie sind sie zustande gekommen?
Der Stadtteil Rotter See entstand in den 1970er- und 1980er-Jahren als neues Wohngebiet „Wohnpark Rotter See“ auf Flächen, die zuvor überwiegend landwirtschaftlich genutzt wurden. Die Ortsgrenzen orientieren sich im Wesentlichen an historischen Gemarkungen sowie markanten Verkehrsachsen und Grenzen gegenüber Sieglar, Kriegsdorf und Spich. 
Was muss man am Rotter See gesehen haben? 
Nach dem kürzlichen 25-jährigen Ortsteil-Jubiläum natürlich zuerst unser 25. Stadtteilfest: Spaß beiseite. 
Das Herzstück des Stadtteils ist der Rotter See selbst. Die Wege rund um den See (Anm. Rundgang etwa 2 Stunden) laden zum Spazierengehen, Joggen und Radfahren ein. Besonders reizvoll ist die Atmosphäre in den frühen Morgenstunden oder bei Sonnenuntergang.
Ein weiterer zentraler Ort ist der Europaplatz als Treffpunkt des Stadtteils. Hier finden Events wie das traditionelle Stadtteilfest sowie Veranstaltungen wie das aktuell geplante Bier- und Brezelfest am 11. und 12.9 und das Weihnachtsbaum-Erleuchten statt.
Nicht zuletzt lohnt sich ein Besuch von Haus Rott, dem historischen Rittergut und Namensgeber unseres Stadtteils.
Gibt es verschiedene Ortsteile? Im allgemeinen Sprachgebrauch wird häufig zwischen Haus Rott und dem Rotter See unterschieden.
Haus Rott bezeichnet den historischen Bereich rund um das ehemalige Rittergut mit seiner langen Geschichte, einem (Wasser-) Spielplatz mit Basketballanlage und Grünfläche. Der Rotter See hingegen ist das später entstandene Wohngebiet, das seinen Namen vom See erhalten hat.   Wie sieht es mit Handwerkern aus? Derzeit gibt es leider keine alteingesessenen Handwerksbetriebe mehr im Stadtteil. Früher gehörten unter anderem Jenesel und Gusel dazu. (Anmerkung: Aktuell gibt es EA Bau - Trockenbau & Akustikbau und das Elektrofachgeschäft  PCB-Service).
Und wie geht das mit den Nachbarn Kriegsdorf und Sieglar?
Das Verhältnis ist ausgezeichnet – nicht nur zu Sieglar und Kriegsdorf, sondern ebenso zu Oberlar, Spich und den weiteren Stadtteilen Troisdorfs. Mit meinen Kollegen Axel Odenthal (Sieglar) und Joachim W. Bohn (Kriegsdorf) verbindet mich eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gemeinsam organisieren wir unter anderem die Sammlung zugunsten der Troisdorfer Tafel, das Seniorenfest sowie gegenseitige Unterstützung bei Veranstaltungen. Positiv sind außerdem die regelmäßigen Treffen der Ortsvorsteher mit Bürgermeister Alexander Biber. 
Da der Rotter See noch kein gewachsenes Vereinsleben und keinen eigenen Ortsring besitzt, arbeite ich sehr gut mit dem Ortsring Sieglar mit Tobias Diepenseifen sowie Patrick Wendt zusammen.  
Und das Vereinsleben? Aufgrund der vergleichsweise jungen Geschichte des Stadtteils ist das Vereinsleben noch nicht so stark ausgeprägt wie in anderen Stadtteilen. Aber am Rotter See engagieren sich unter anderem folgende Vereine:
O der der Förderverein der Kita Evrystraße 
O der Förderverein der Kita St. Franziskus
O der (neue) Bürgerverein Rotter See
O das DLRG (mit Wachstation am See)
O das Jugendrotkreuz
O die Jugendfeuerwehr Sieglar
O der Kleingartenverein Sieglar (auf Flächen des Stadtteils Rotter See)
O die Amateurfunker Troisdorf. (Anm. Über diese interessante Hobby kann man mehr erfahren unter https://ov-g27.de/de/ueberuns/)
O der EHC Troisdorf Dynamite
Nach denFragen an Lars Zimmermann hier - wie bei jedem Ortsteil - eine Analyse der Geschäfte und Dienstleistungen am Rotter See. 
Es zeigt sich ähnlich wie in Kriegsdorf ein gespaltenes Bild. In der Wohngegend Rotter See selbst findet man am Frieslandring den Kiosk mit DHL Paketstation und nebenan die Bäckerei Bröhl. Einige Meter weiter sorgen Dr. Jülich und Dr. Thomas Thometzki für gesunde Zähne. 
Mit Trio Care ist ein ambulanter Kranken- und Altenpflegedienst mit Sitz am Frieslandring 7 angesiedelt. Der Pflegedienst bietet umfassende häusliche Pflege, eine medizinische Behandlungspflege sowie Unterstützung bei der Hauswirtschaft an.
Eine persönlich motivierte, emotionale Tätigkeit bietet Silke Tabbert in der Westfalenstrasse 63 an. Unter dem Namen Trauerbegleitung HimmelsFeder verbindet sie als zertifizierte Trauerbegleiterin mit Schwerpunkt Tierhalter fachliches Wissen aus der Tiermedizin mit ihren eigenen Lebenserfahrungen. Motto: „Ich bin für Dich da: von der ersten Diagnose über den Moment des Abschieds bis weit hinein in die Zeit danach."  
Geschäfte im üblichen Sinn findet man a) im Hit-Einkaufscenter und b) auf der anderen Seite der Spicher Straße, wo früher der Knauber Freizeitmarkt ansässig war. Hier findet nun die sogenannte „Grüne Halle“, wo alles um Pflanzen und Grünzeugs angeboten wird. Nebenan ist der Fachmarkt Tedox ein Paradies für Renovierungs-, Heimwerker-und Haushaltsartikel. Daneben gibt es noch EQUIVA. Motto: Pferdeliebe hat ein neues Zuhause. Um die Ecke herum bieten Aldi und Lidl ihr Sortiment an. Dazwischen versorgt „Fressnapf“ die Besitzer für Hunde, Katzen, Fische und Co.
Diesseits der Spicher Straße sind im Hit-Einkaufscenter einige kleinere Geschäfte angesiedelt, die vom Brot bis zu Delikatessen für den „Kleinen Hunger“ sorgen. Ein Blumenstand und die Selbstbedienungs-Tankstelle ergänzen das Angebot. 
Ebenfalls präsent im Hit-Center: Schon seit 1990 und seit 1992 in Eigenregie ist Corina Platzen-Hospodarsch mit Ringfoto Platzen eine feste Größe im Fotogeschäft. Biometrische Passfotos (für den Personalausweis etwa), eigenes Fotolabor, Fotozubehör, Grußkarten in großer Auswahl: Mit zwei Mitarbeitern betreibt sie in gleichen Räumen auch noch das Reisebüro Platzen. Sogar den Brand im Hitmarkt 1994, der auch ihr Geschäft in Mitleidenschaft zog, hat sie überstanden. 1995 ging es in neuen Räumen weiter. Immerhin hat sie viele Stammkunden.
Ebenso schon viele Jahre finden direkt nebenan bei Özgun Günal, bei GÜNTEX, viele Stammkunden eine freundliche, kompetente Beratung bei Änderungen von Kleidung, bei der eigenen Reinigung (auch für Teppiche und Leder). Kunststopfen wird ebenso angeboten wie die Heißmangel. Özgun Günal ist schon seit Mai 2001 im Hitcenter tätig. Mit drei Mitarbeitern erfüllt sie die Kundenwünsche. „Fühlen Sie sich hier wohl?“ Antwort: „Sonst wäre ich nicht so lange hier.“ Bescheiden, wie sie ist, hat sie noch nicht einmal ihr 25-jähriges Jubiläum im Mai gefeiert.
Genau so lange gibt es die Vitalis-Apotheke an der linken Seite des Hit-Geländes. Die Apotheke konnte am 23. Mai 2026 ebenfalls ihr 25-jähriges Jubiläum feiern. Seit einem Vierteljahrhundert ist das Team somit als  Gesundheitsdienstleister vor Ort in Sieglar und den Rotter See für seine Kundinnen und Kunden da.
Die angesprochene Parallele zu Kriegsdorf: Im Ortskern kaum Geschäfte, im angrenzenden Gewerbegebiet dagegen ein üppiges Angebot. Was erstaunlich ist: Spricht man die Geschäftsinhaber oder die Kunden auf die Ortszugehörigkeit zum Stadtteil Rotter See an, schauen die oft ungläubig. Hit, Aldi, Lidl und die vielen andern Geschäfte zum Ortsteil Rotter See gehörig? Nun, unsere Storys über die 12 Ortsteile von Troisdorf können ja dazu beitragen, diese Ungläubigkeit abzubauen. 
Eislaufen im Sommer? In der Eissporthalle Troisdorf - auch IceDome genannt - ist das möglich. Die Sommersaison 2026 endete am 23. August 2026. Die neue Wintersaison für Eisläufer, EishockeyClubs und deren Spieler startet am 19. September 2026 mit einem Eröffnungswochenende, an dem am Samstag von 14:30 bis 17:30 Uhr der Eintritt sogar kostenlos ist. 
Die 1979 erbaute Eishalle, zwischendurch zur Kartbahn umfunktioniert, wird seit 2000 wieder als Eissporthalle von einer Eigentümer-GmbH mit dem Geschäftsführer Heinz-Peter Walterscheid betrieben. Lisa und Ben Walterscheid arbeiten in der Verwaltung und dem Verkauf mit. 
Der Eishockey -Freak Walterscheid zog mit seinen Eislauf-Aktivitäten und dem seit 43  existierenden Club EHC im Jahr 2000  von Hennef nach Troisdorf um. Und nannte den Verein nun EHC Troisdorf Dynamite. Der spielt in der Landesliga NRW mit. Der Verein ist sehr an der Jugendarbeit interessiert. So können Kids schon ab 3 Jahren in der Laufschule Eislaufen trainieren. Und es gibt Eislauf- und Schlittschuhkurse sowie Trainingszeiten für Hobbymannschaften im Eishockey. Und das auch im Juli und August, weil die Halle weit und breit die einzige mit Sommerbetrieb ist.
Die Eishalle bietet neben den freien Laufzeiten mit der verpachteten Sportbar Puky's einen direkten Blick auf die etwa 1.800 m² große Eisfläche.
Zurück zu Lars Zimmermann: Bei seiner Vorstellung als neuer Ortsvorsteher hat er Ziele und Vorhaben formuliert. Einige konnte er etwa mit dem 25. Stadtteilfest, der Aktion saubere Landschaft und den Bürgersprechstunden bereits umsetzen. Ein gemeinsamer Sankt-Martins-Umzug aller Kindertagesstätten mit anschließendem Martinsfeuer sowie ein Weihnachtsbaumerleuchten nach dem Vorbild anderer Stadtteile soll dauerhaft stattfinden. Darüber hinaus kann er sich künstlerisch gestaltete Strom- und Schaltkästen – ähnlich wie in Kriegsdorf – gut vorstellen.  
Grundsätzlich wünscht er sich noch mehr Bürgerbeteiligung, Eigeninitiative und neue Angebote für alle Generationen.  
Bleibt die Gastronomie. Das gastronomische Angebot im Stadtteil ist überschaubar. Bäckerei & Café Bröhl, der Kiosk am Europaplatz, der Sieglarer Grill sowie Puky's in der Eissporthalle und die Tennissporthalle sind gern besuchte Treffpunkte. Nach der Schließung diverser Kneipen freuen sich viele über die Wiedereröffnung der früheren Gaststätte Bodega, die nun Pittermännchen heißt.
Wir trafen den neuen Wirt Gerd Schmidt, der das Lokal frisch renoviert hat, eine interessante Inneneinrichtung präsentiert –  alles im Pittermännche-Fässer Look – und durch seine 10jährige Tätigkeit als Wirt einer Kölsch-Kneipe auf Fuerteventura (auf den Kanaren) viele Ideen hat. So kosten bei ihm alle Getränke 2 Euro, (in Worten zwei Euro). Kölsch, Wein, Wasser, alles bietet er für den gleichen Preis an. Lediglich bei Getränken wie etwa Whisky nimmt er 2 x 2 Euro. „Die gleichen Preise machen mir als Alleinunterhalter die Arbeit leichter.“ Zudem ist das elfte Getränk auf dem Deckel umsonst. „Bei Skatrunden werden ja öfter Runden bestellt. Da will jeder die Runde auf seinem Deckel haben.“ Außen-Gastronomie, kostenloser Flipper-Automat und der originelle Nussspender erfreuen die Gäste.
Die Arkaden mit dem Kiosk , Bäcker Bröhl und dem neuen Pittermännchen und die Nähe des Europaplatzes bilden so einen netten Treffpunkt.
Mein Eindruck über den Stadtteil Rotter See: Moderne, verkehrsberuhigte Wohnsiedlung, reizvolle Immobilien am See, größere Geschäfte am Rande. Der schöne Europaplatz mit den Treffpunkten unter den Arkaden, all das übt einen Reiz aus. Dazu kommt der See mit Badestrand, Rundweg, Natur pur - fehlt nur noch der Spitzname.

Text : Werner Müller 
Ein Dank für Fotos und Infos an Alfred Bolokowski, Jürgen Heinrich, Lars Zimmermann, VA.MM-Agentur, André Rader



 
 
 
 
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